Change-Management

Ohne Change-Management heben Unternehmen nur einen kleinen Teil des möglichen Potenzials der Maßnahmen. Schon im regulären betrieblichen Alltag sind nach Studien nur etwa 15% der Mitarbeiter hoch-motiviert. Kommen strategische Veränderungen hinzu, die den Mitarbeitern Sorge bereiten, so sinkt diese Zahl nochmals. Das ist verschenktes Potenzial. Eine sinnvoll geplante Change-Kommunikation und die Vorbereitung und Unterstützung der Führungskräfte sind ein Muss für jeden wirtschaftlich denkenden Verantwortlichen. Über die Veränderungsmaßnahmen hinweg bis zum operativen Betrieb in einem veränderten bzw. angepassten Geschäftsmodell wird ein gigantisches Leistungspotenzial verschenkt.

Zunächst muss man zwischen dem Change-Management zum möglichst effizienten Wandel und dem Change-Management zur möglichst optimalen Aufstellung nach dem Wandel unterscheiden. Diese beiden Aufgaben werden häufig vermischt, was nicht sehr hilfreich bei der Bewältigung von Veränderungen ist. Auch wenn Manager damit kokettieren, dass Veränderungen die neue Normalität seien, so ist es immer Ziel der Eigentümer, ihr Geld in einem möglichst stabilen Geschäftsmodell zu haben. Auch dieser Basisannahme sollten sich alle Beteiligten bewusst sein. Das bedeutet, dass Niemand die Veränderungen um der Änderung willen umsetzen möchte. Daher ist auch jede Veränderung eine Störung eines funktionierenden Geschäftsmodells, gleich, ob dieses Geschäftsmodell erfolgreich ist oder nicht, es funktoniert.

Sind Veränderungen notwendig, um den Erfolg eines Unternehmens oder einer Sparte sicherzustellen, so müssen auch die Veränderungen effektiv und effizient umgesetzt werden. Auch muss sichergestellt werden, dass die Mitarbeiter und Führungskräfte die richtigen Kompetenzen und die richtige Einstellung für das neue oder modifizierte Geschäftsmodell entwickeln. Aus diesem Grund ist Change-Management nicht optional, es ist unabdingbar. Lässt man das "gesteuerte Change-Management" weg, so erfolgt der Change ungesteuert; das wird insgesamt immer (!!!) sehr viel teurer. Tatsächlich gehört das Change-Management bereits in die Strategie, man sollte also nicht erst bei der Projektplanung anfangen, über den notwendigen Wandel der Einstellungen, Kompetenzen etc. nachzudenken.

Unsere wichtigsten Botschaften sind daher: Change-Management ist ein Muss für fast jede Strategie und es steuert nichts Nebulöses, es hat ganz handfeste Ziele zum Gegenstand. Diese können genauso geplant werden wie die Aktivitäten, um ein Projektergebnis zu erreichen; die Change-Management-Aktivitäten sind lediglich unsicherer in ihrer Wirkung, weil Menschen sich nicht immer vorhersagbar verhalten. Aber auch dafür haben wir im Abschnitt "Projektmanagement" bereits Ansätze vorgestellt.